Internationale Deutsche Jüngsten Meisterschaft Optimist
(IDJüM/ Plau am See /August 2019)

 Nach mehreren Stunden Anfahrt erreichten wir am Samstagabend Plau am See, gelegen am Plauer See, einem Teil der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort fand dieses Jahr die Deutsche Meisterschaft für die Optimisten statt. Direkt am Sonntagmorgen startete das einwöchige Training. Von Beginn an waren die Windverhältnisse super und wir konnten jeden Tag mehrere Trainingseinheiten auf dem Wasser durchführen. Die Stimmung in der hessischen Trainingsgruppe war sehr gut, da wir neben dem Segeln auch an Land viel gemeinsam unternehmen konnten – Eis essen und Schwimmen standen regelmäßig auf dem Abendprogramm. Bereits im Training fuhren wir mehrere Proberennen gegen andere Trainingsgruppen aus Bayern, Niedersachsen, Sachsen, Berlin und Schleswig Holstein. Es zeichnete sich hier bereits ab, dass ich gute Chancen haben würde, ganz vorne mit dabei zu sein. Leider war schon gegen Trainingsende aufgrund der Wettervorhersagen klar, dass der Wind in der Meisterschaftswoche sehr flau sein würde.

Am Sonntagabend startete die Deutsche Jüngstenmeisterschaft dann mit einer großen Eröffnungsfeier im Zelt des Plauer Wassersportvereins. Jedes der 16 Bundesländer und die Teilnehmer aus dem Ausland stellten ihre Teilnehmer vor. Alle Segler wurden einzeln mit Namen aufgerufen. Insgesamt waren 200 versammelt, die sich aus den Besten der deutschen Rangliste und Kindern aus Frankreich, Dänemark und der Ukraine zusammensetzten. Alle wünschten sich gegenseitig ein faires Miteinander und am nächsten Morgen starteten die Teilnehmer, aufgeteilt in 3 Fleets, in die Meisterschaft.

Am ersten Wettfahrttag kamen aufgrund der Windbedingungen leider keine Wettfahrten zustande. Der Dienstag zeigte sich vom Wind in etwas besserer Laune und der Wettfahrtleiter bekam 2 Wettfahrten durch.

In der ersten Wettfahrt war ich erster an der Luvtonne. Auf dem Vorwindkurs verlor ich die Führung an Mic Mohr, den mit Abstand besten deutschen Optisegler der letzten Jahre. Nach der Leetonnenrundung musste ich mich entscheiden, wen ich kontrolliere – die nach mir platzierte WM und EM-Teilnehmerin Jule Ernst, die einen extremen Schlag nach rechts unternahm oder die folgende Gruppe. Ich entschied mich auf Sicherheit zu segeln und die Gruppe zu decken. Dadurch rutschte ich knapp auf Position drei im Ziel.

Die 2. Wettfahrt wurde nach fünf Fehlstarts gestartet. Links war bevorteilt und ich startete circa 20 Meter weiter rechts als die Starttonne. Dadurch war ich an der Luvtonne diesmal nur 12. Dann begann meine Aufholjagt, die auf Platz 6 endete.

Mittwoch bis Donnerstag meinte es das Wetter dann nicht gut mit uns. Still ruhte der Plauer See – es kamen keine Wettfahrten zustande, dafür aber viele Gespräche und Spaß mit anderen Seglern und Trainern während der stundenlangen Wartezeiten auf dem Wasser.

Am vorletzten Tag (Freitag) wurde von der Wettfahrtleitung die dritte Wettfahrt gestartet. Da der Wind jedoch sehr wechselnd und stark drehend war, ärgerten sich viele Segler darüber. Auch ich war von den fragwürdigen Bedingungen betroffen. Nach einem sehr guten Start war ich erster vor Mic Mohr und habe das Feld aus der Mitte kontrolliert. Dann schlief der Wind fast vollständig ein und drehte anschließend stark nach links. Somit hatte ich keine Chance die links segelnden Boote zu halten. An der Luvtonne waren Mic und ich daher nur knapp 30. Auf den folgenden Kursen war das Glück auch nicht auf meiner Seite und ich wurde daher nur 24. In der Gesamtwertung rutschte ich daher auf den 10. Platz (9. Deutscher Teilnehmer)ab.

Da sich am Samstag kein Lüftchen bewegte, war die Regatta mit drei Wettfahrten beendet. Für die Internationale deutsche Jüngstenmeisterschaft (IDJüM) müssen jedoch mindestens 4 Wettfahrten gesegelt werden. Somit musste die Bezeichnung in „Internationale deutsche Jüngsten-Bestenermittlung“ geändert werden. Am Abend gab es eine große Siegerehrung, bei der sehr viele tolle Sachpreise wie Fahrräder, Playstations, Headsets, E-Skateboards, etc. vergeben wurden. Gewonnen hat Mic Mohr vor Riccardo Honold und Reamonn Theiner. Alle Teilnehmer waren glücklich und die Stimmung war trotz der vielen Flaute toll. Es sind viele neue Freundschaften entstanden und ich habe viele neue Handynummern mitgenommen. Zu guter Letzt tauschte ich noch mit einem französischem Segler unsere Team-T-Shirts. Jetzt trage ich „100% Regate“ vom französischen Seglerverband.

Nach den zwei Optiwochen verbrachte meine Familie noch eine dritte Urlaubswoche in Plau am See. Mit meinem Papa bin ich noch viel gesegelt. Meist saß er im Opti und ich flog bei wunderschönem Wind auf seiner foilenden Jolle (Waszp) über den Plauer See. Oft gingen wir zusammen mit unserem Hund schwimmen, machten Ausflüge mit dem Fahrrad und auf einem Kanadier im Naturschutzgebiet Müritz.

Es waren wirklich tolle drei Wochen und ich würde gerne wieder an die Mecklenburgische Seenplatte kommen

Jesper Fleischer