Nach zwei langen Jahren war es am 28 und 29.5. soweit: Endlich wieder Frühjahrsregatta im SCR.  

Nachdem die Regatten in 2020 und 2021 Corona-bedingt nicht hatten stattfinden können, durfte das diesjährige Himmelfahrts-Wochendende zum Wettfahrts-Wochenende werden. Dies lockte insgesamt 18 Crews mit ihren Booten an den Start, darunter 4 Sharks (für die dies auch das erste Rennen zur Hessenmeisterschaft war), mehrere H-Boote, 15er und 20er Jollenkreuzer, J80 und Karavels, sowie je eine Clever 23, Seascape 18, Hanse 315 und ein Junior Boot.

Vor lauter Vorfreude wehte der Wind auch gleich zu Beginn bewegt und munter, so dass sich Regattaleiter Leopold Luh, der 2. Vorsitzenden des SCR, entschied, am Samstag gleich drei Läufe durchzuführen. Man konnte ja schließlich nicht sicher sein, ob der Wind nach der langen Pause genug Kondition für zwei Regattatage haben würde.

Erster Wettkampftag

Nach der Steuermannsbesprechung am Samstag Vormittag ging es dann gegen 12:00 auf den Rhein, wo die Helfer des Clubs zwischen Schierstein und Budenheim einen Rundkurs betonnt hatten, in dessen Mitte sich die Anemlu als Start- und Zielschiff gelegt hatte. Start talwärts nach Luv und dann zwei mal mit der Backbordseite um jede Tonne, so lautete der Auftrag. 

So ging es bei 3-4 Bft. aus West und gelegentlich kräftigen Böen und Winddrehern gleich gut zur Sache. Nach dem Startsignal von Leo zogen die ersten zügig davon, einzelne mussten ihren Groove noch finden. Doch schon an der ersten Kursmarke kam es zu spannenden Duellen. „Raum!“ zu rufen, hilft bekanntlich nur begrenzt wenn derselbe nicht vorhanden ist und trotzdem meistens nur einer von zehn Rufenden im Recht ist. So wurden gelegentlich freundliche Argumente über die Bordwand hinweg ausgetauscht und sanftmütige Unschuldsgesten zurückgegeben. 

Gut auch, daß die gelben Ballons, die die Wendemarke markierten, solide auf Grund des Rheins verankert waren. Der SCR dankt den Crews, die ihre Kollegen verbal versiert darauf hingewiesen haben, dass auch das unfreiwillige Festmachen während des Kurswechsels an einer solchen Tonne… 

Ach, lassen wir das. Spätestens wenn es vor der traumhaften, sonnenbeschienenen Kulisse des oberen Rheingaus auf Vormwindkurs ging und große bunte Vorsegel auf dem Weg zur bergseitigen Tonne gehisst wurden, war alles wieder vergessen. Rheinsegeln in seiner schönsten Form. Und schließlich wartete am Ende des Tages noch die leckere  SCR-Clubgastronomie im Rheinsegler auf hungrige Vorschoter und erschöpfte Steuerleute. 

Zweiter Wettfahrttag

Nach den drei Läufen vom Vortag waren die Segler eingespielt und gut vorbereitet. Nur: Der Wind hatte zuwenig trainiert! 

Zwei Jahre ohne Regatta legten bei Äolus, dem Gott des Windes einen eklatanten Konditionsmangel nahe, der trotz der zu seiner Erholung gewährten Startverschiebung mitten im ersten Lauf zu Tage trat. So wurde nach einem noch böigen Start zu Tal und einer Wende in Zeitlupe schon der erste Vormwind-Kurse gegen den Strom zur Herausforderung. 

Wohl dem, der schnell genug davongezogen war und schon Richtung Luvtonne segelte. Wehe dem, der nur geringfügig später bergwärts führ. Wer dann keinen Spi, Gennaker oder seinen punktgenau gelieferten “Privatwind” zur Verfügung hatte, für den wurde es ein minütlich länger werdender Weg. Auch das ist Rheinsegeln: Unter vollen Segeln bei schönstem Wetter auf der Stelle stehen. Und wäre nicht Regatta, dann hätte man glatt Kaffee und Kuchen aus der Backskiste holen können. Nur leider hatte das aus Gewichtsgründen ja niemand an Bord…

So entschied sich die Regattaleitung, erst die Bahn um eine Runde zu verkürzen und schlussendlich den Lauf nach angemessener Frist zu beenden, immerhin waren aber noch ein Viertel der Teilnehmer um die Tonne und wieder zurück zum Startschiff gekommen. 

Gelegenheit um von den vier durchgeführten Wettfahrten einen Streicher zu ermöglichen, was bei einzelnen in der Endabrechnung entweder den Sieg, oder das Verpassen des Siegs bedeutete. 

Ergebnisse

Sieger in der Gruppe Yadstick >100 wurden am Ende Felix Paffrath, Nicole Habers und Jürgen Paffrath von der Segelgemeinschaft Waldsee e. V., die mit dem Jollenkreuzer „Kangaroo“ die entscheidenden Sprünge an die Spitze des Feldes machten.

In der Gruppe Yardstick <100 gewannen Marco Weiß, Markus Rees und Matthias Baumann vom Schwimm-Club Wiesbaden 1911 e.V. mit der J80 „Jintonic“.  Mit welchem Getränk dies gefeiert wurde, ist uns nicht bekannt.

Definitiv bekamen alle Crews aber einen leckeren Insel-Secco vom Schloss Reinharthausen, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen und noch einmal über das beste Manöver des Tages zu diskutieren.

Die Gesamtergebnisse und Details der Platzierungen können hier nachgelesen werden.

Und hier geht’s zur Bildergalerie.

Der SCR dankt allen Seglern und Helfern für ein tolles Wochenende mit vier erlebnisreichen Läufen! Und dem Wind für seine Teilnahme an dreieinhalb davon…