Tempest bedeutet „Sturm“ — und der hat gerne Nasses im Gepäck. Aber unser Bericht über den Eurocup der Tempestklasse startet erst einmal mit ein paar ganz trockenen Daten:
Zu Ostern 2024 in St. Raphael (Côte d’Azure, Südfrankreich) hatten 14 Boote für 7 Wettfahrten gemeldet. Der Wind hatte auch gemeldet und erschien mit 26 bis 31 Knoten (Windstärke 6-7) und das Wasser war mit 2 Meter hohen langen Wellen bei einer Wassertemperatur von 14 Grad dabei. Das Thermometer meldete eine Lufttemperatur von anfangs 19 Grad, abfallend auf frische 11 Grad. Und die Geschwindigkeitsanzeige auf dem Boot von Patrice Rouanet, dem Piloten der Air France, vermeldete 14 Knoten. Nur Fliegen ist schöner!
Das war’s mit trocken, denn es wurde nass! Vom SCR waren Helmut und Renate Quermann, sowie Stefan Schollmayer und Alexander Mertens am Start und erlebten eine spektakuläre Regatta: Obwohl ein sturmerprobter Bootstyp (kein Wunder bei DEM Namen!), legte sich jede Tempest mindestens einmal flach; spektakuläre Stunts von Vorschotern und Steuerleuten lieferten tolle Bilder und forderten Kondition und Stehvermögen aller Beteiligten.
Respekt musste man auch der Wettfahrtleitung zollen, die nicht nur dem Sicherheits-Gedanken verpflichtet war und auf die maximal mögliche Zahl der Wettfahrten verzichtete, sondern auch gegen alle Unbillen der Seekrankheit auf dem Startschiff kämpfen musste (wären sie besser gleich selbst mitgesegelt…)
Zum Glück gab es wenige Materialschäden und kaum Blessuren, auch wenn den Gewinnern des Eurocups Herbert Kujan und Alex Morgenstern (GER 1187) und ihren strapazierten Händen das Händeschütteln sichtbar schwerfiel.
Vorausgegangen waren heiße Fights im vorderen Regattafeld: Emmanuel Desfond/Bruno Ricciardi (FRA 1199) und Stefan Schollmayer/Alexander Mertens (GER 1192/Segelclub Rheingau) gewannen je eine Wettfahrt, während Stefan Durach/Dominik Wördehoff (GER 1196) mit einer ausgeglichenen Serie punkteten. Die souveränen Sieger aber kamen von der GER 1187.
Am Ende ersegelten die SCR’ler Stefan Schollmayer und Alexander Mertens Platz 4, Helmut und Renate Quermann (GER 1133) belegten Platz 8. (Gesamtklassement siehe hier.) Mehr als die Platzierungen bleib von dieser Regatta aber der Erlebnis- und Erzählstoff in Erinnerung. Gepaart mit ein wenig Stolz aller Beteiligten, den eingangs genannten trockenen Zahlen auch im Nassen getrotzt zu haben.
[Nous remercions pour les photos – merci à Véronique Pagnon (Tempest FRA 413), Xavier Oudar, le Club Nautique de St Raphaël (CNSR) et L’association Internationale Tempest France.]