Das Beste beim SCR? Lage, Lage, Lage…! In diesem Fall die Lage am Fuße der sonnenbeschienenen Rheingauer Weinhänge. Diese noch vor dem offiziellen Saisonbeginn zu erwandern war das Ziel der SCR-Weinwanderung. Und so trafen sich am 14.4. bei bestem Frühlingswetter 50 Segler und 5 Hunde zu einen „Frühlingstörn zu Fuß“ durch die Weinberge rund um Walluf. Dabei luden verschiedene Weinbergs-Lagen zu dem einen oder anderen Gläschen Wein ein. Kompetent präsentiert von Sandro Dahlen vom Weingut Jung Dahlen.

Zunächst gab es eine  “Sicherheitseinweisung” (zur Sicherheit ein Weinglas mitnehmen) durch Organisator Karl-Heinz Mohr (Danke!). Nach dem damit verbundenen Glas Secco segelte… äh… ging die Gruppe zunächst durch das Walluftal hinauf zum Nußberg. Die ca. 2 km waren auch ohne Vorsegel in 45 Minuten gut zu schaffen. Beim ersten „Ankern“ gab es als Zwischenstärkung dann nicht nur einen weinhaltigen Tropfen in die mitgebrachten Lenzeimer…äh Gläser, sondern auch einen ersten weiten Blick in die ergrünende Rheingauer Natur. Einziger Wermutstropfen: Der Rhein war von hier kaum noch zu sehen…

Es geht bergauf

Also weiter hinauf: Das Fernziel (Weinbergshaus Diefenhardt) war schon früh in Sicht, aber noch viele Höhenmeter entfernt. Manch einer fragte sich, ob  das Haus nicht früher doch ein gutes Stück näher gewesen sei… So wurde es eine muntere, teils anspruchsvolle Bergauf-Kreuz. Zum Glück wissen die SCR-Segler, wie man „Höhe macht“ und sind zur Not auch erfinderisch: Zumindest einige nutzten den Extra-Antrieb, den ihnen ein an der Schot… äh Leine ziehender Vierbeiner bescherte. Fragt sich nur, was man macht, wenn es Leinensalat gibt. Ist dann der Hund mit der Leine von Steuerbord oder der Leine von Backbord ausweichpflichtig? 

Endlich, am Weinbergshäuschen lockte nicht nur eine kräftige Brotzeit mit “Weck, Worscht un Woi” sondern auch das nächste Gläschen – inklusive Panoramablick über den Rheingau und das SCR-Heimatrevier. Inzwischen hatte der Wind kräftig aufgefrischt, so dass die ersten schon wieder mit dem Gedanken auf dem Wasser waren. Dort unten in der Ferne auf dem Rhein…oh Schreck… was ist das? Weiße dreieckige Tücher! Alle Segler sind doch hier. War da etwa zu viel Riesling im Glas?

Nein, denn ausgerechnet hier oben (am weitesten Punkt vom Wallufer Rheinufer entfernt), war erschreckend gut zu sehen, wie sich einige fremde Segler von Wiesbaden kommend vor dem Clubhaus auf dem Rhein breitmachten. Unglaublich: Kaum sind die SCR’ler aus dem (Club-)Haus, tanzen die fremden Segelmäuse auf dem Tisch. Nichts wie zurück! 

Es geht bergab

Nach der „Wendetonne“ am Waldrand ging es beschwingt von Riesling und Sonnenschein auf lockerem Raumschotskurs zurück, und mit der bergab wieder zunehmenden Puste wurde prompt begonnen, über die Törnstrategie zu diskutieren. Lieber über Oberwalluf, oder doch besser mit einem Schlag über Martinsthal zum letzten Zwischenstop an der Sonnenberghütte? 

Dort gab es nämlich Kuchen und … natürlich nochmal ein Gläschen Riesling. Oder Chardonnay? Oder… Gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten und diesen Törn durch die Weinlagen ohne viel Schräg-Lage zu überstehen. Zum Glück waren die Gläser klein genug, um locker „vor dem Wind” zum Rhein zurückfliegen. Nicht ohne ein allerletztes Tröpfchen am Flussufer — durch das Schilf am Strand mit Blick auf einige wohlbekannte Boote auf dem Wasser… Die kennen wir doch! Etwa ein heimliches Übungsprogramm für die Frühjahrsregatta, während die Konkurrenz weg ist und dem Rebensaft huldigt? 

Bevor die Diskussionen zu intensiv wurden, lockte nach zwölf gelaufenen Kilometern aber doch erst mal die frisch renovierte Clubhaus-Terasse. Es bleiben ja auch noch ein paar Tage, um die Boote rechtzeitig zum Ansegeln und der Frühjahrsregatta ins Wasser zu bringen. Außerdem: wer bei der Weinwanderung dabei war, hat sich sowieso automatisch für alle Regatten verpflichtet. (:-)