Stegfest – Flottillenfahrt – Herbstregatta! — Mit diesen beliebten Events im Sommerkalender des Clubs sollten sich gleich mehrere Highlights aneinander reihen. Wer geglaubt hätte, nach der Rheinwoche sei im SCR erst mal die Luft raus, der täuscht sich. Na gut, ein wenig Durchschnaufen war vielleicht notwendig, aber mit diesen drei erprobten Standards im Vereinsjahr würde man sicher fertig werden. 

Die schmalste Party der Welt

Im dritten Jahr in Folge fand im August das Stegfest statt (das selbstverständlich auch Nicht-Stegliegern offen stand). Ein Mal mag ein Unfall gewesen sein, zwei Mal noch Zufall, aber drei Mal ist schon Tradition. Und zur Tradition gehört natürlich dazu auch, dass sich das Organisationsteam um Klaus und Katrin Mehl für diesen Event zielgerichtet den heißesten Tag des Jahres aussucht. Um nicht zu sehr zu schwitzen, war auch diesmal ein kleiner Pavillion aufgebaut, eigentlich leicht zu breit für den schmalen Steg, aber mit ein wenig Hilfe aus dem Heimwerker-Baukasten und der Erinnerung an die letztjährigen Montageversuche passte es auch diesmal wieder. Kurzfristig trudelten dann auch noch die notwendigen Anmeldungen ein, und selbst ohne detaillierte Koordination, konnte es auch diesmal vermieden werden, dass jeder den gleichen Kartoffelsalat mitbrachte. 

Ok, den heißesten Tag des Jahres haben wir um 3 Tage oder 5 Grad verfehlt, aber Traditionen müssen sich ja noch verfestigen. Wir arbeiten dran… Dafür gab es diesmal pünktlich zum Stegfest auch Segelwind, den einige gleich für eine Aufwärmrunde auf dem Rhein nutzten, bevor es zur Abkühlung an die Getränkevorräte auf dem Steg ging. Dazwischen lag natürlich das Anlegemanöver und mit vereinte Kräften konnte der Bugkorb eines hier nicht näher genannten Schiffs millimetergenau vor der Nudelsalatschüssel auf dem Buffetisch aufgestoppt werden. S(t)eglerisches Teamwork eben — und nur eines von vielen Erlebnissen eines langen Sommerabends. Wer dabei war, hat es genossen und wer geschwänzt hat — dem erzählen wir auch nicht weiter, wie schön es war . 

Der schnellste Kurzbesuch der Saison

Kaum war der Kater vom Stegfest verflogen, näherte sich mit der Flottillenfahrt nach Rüdesheim eine Woche später auch schon die nächste Gelegenheit zur Verfestigung der seglerischen Familienbande. Diesmal nicht als offizielle Fun-Regatta (die gab es dieses Jahr ausnahmsweise ja schon im Rahmen der Rheinwoche) sondern eher als ein Freundschaftsbesuch vom oberen zum unteren Rheingau. Ein gutes Dutzend Boote segelten bei angenehmen Bedingungen und leichtem Wind talwärts, um zu testen ob die Bewirtung im Rüdesheimer Yachtclub noch immer so gut wie im Vorjahr war. Und was sollen man sagen, wir wurden nicht enttäuscht: Leckeres Essen aus der Küche (diesmal asiatisch) sowie Freibier auf dem Oberdeck der Dorothea luden zum Verweilen und Plaudern ein und ließen keine Wünsche offen. 

Nur ein Dilemma stand im Raum: Wäre es besser, über Nacht in Rüdesheim zu bleiben oder noch am Abend heimzusegeln. Die erste Möglichkeit versprach die Möglichkeit eines langen Abends und eines tiefen Nachtschlafs in der Koje, aber definitiv Windstille für die Rückfahrt am Sonntag. Die zweite Möglichkeit würde zumindest bis zum Sonnenuntergang noch segelbaren Wind versprechen — was dann auch einige noch ausnutzen wollten. Also schweren Herzens raus aus dem Hafen, Segel hoch und zurück gen Osten. Je nach Abreisezeit ging das bis irgendwo zwischen Geisenheim und Oestrich gut, dann wurde es zäh. Mit dem letzten Wind Fahrwasser an der Tonne vorbei, dann seitlich zurücktreiben, und unter Motor wieder Anlauf nehmen — auch so kann man eine Tonne im Vollkreis runden! Egal ob blauer Großsegler oder weißer Kleinkreuzer, am Ende mussten alle die Segel streichen. (Wobei: Gerüchten zufolge sei ein Boot angeblich noch unter Segeln in Walluf angekommen. Wenn das mal kein Seemannsgarn ist…) — Zurückblickend hat sich der zeitige Aufbruch also kaum gelohnt, aber Im kommenden Jahr bleibt die Meute sicher wieder länger da. Versprochen!

Die kürzeste Regatta der Saison

Nachdem wir erst tollen Starkwind bei der Rheinwoche genießen konnten, dann den eigentlich nicht notwendigen guten Westwind beim Stegfest hatten und es bei der Flottillenfahrt zumindest windig begann, war Aelos dann doch irgendwie träge geworden und hatte sich dann auch noch nach Osten verabschiedet. Und so blies es müde aus der falschen Richtung. Der Segelmathematiker rechnet es schnell zusammen: (Ost)Windgeschwindigkeit gleich Strömungsgeschwindigkeit ergibt an Bord ein Nullsummenspiel. Keine guten Aussichten für eine Wettfahrt unter Segeln, aber immerhin hat man dann nicht die Gefahr von Wind an Bord. Also eine sichere und kurze Regatta. Bevor sie begonnen hatte, war sie nämlich schon abgesagt. 

Schade, aber die Saison würde ja mindestens noch Absegeln und Einhandregatta für gemeinschaftliche Segelerlebnisse bieten. Und außerdem blieb dann mehr Zeit, das SCR-Team auf dem Online-Tracker beim 4. Spieltag der Segel-Bundesliga zu verfolgen. Immerhin gab es aus Berlin gute Nachrichten zum Spätsommer (demnächst hier mehr). Bleibt nur die Frage: Kann der Herbst eigentlich anfangen, wenn es keine Herbstregatta gegeben hat? Oder bleibt es dann einfach dauerhaft Sommer…