Iona am Kran

Wird die Iona schwimmen? Allen Unkenrufen zum Trotz? „Die säuft ab, wenn sie je wieder ins Wasser kommt“, hatte eine Werft bereits prophezeit.

Im ersten Teil haben wir davon berichtet, wie über die Jahre aus der Baustelle Iona ein restaurierter Klassiker wurde – trotz parallelen beruflichen und familiären Verpflichtungen des Eigners und zahlreichen Werkstatt-Dramen. Nach dem Neuaufbau des Rumpfes, dem Einbau des neuen ferngeschalteten Motors und der Komplettüberholung der Elektrik kam nun der Tag der Wahrheit. Schwimmt Iona noch? Oder wurde sie zwischenzeitlich zu trocken? Für Holzboote ein häufiges Problem und nach der langen Standzeit waren schließlich etliche Risse zwischen den Plankengängen zu sehen. Wer konnte wissen, ob diese noch im Rahmen des Beherrschbaren waren?

Große Fugen zwischen den Planken der Iona

Hier kommt nun über Empfehlungen Moritz Eider ins Spiel. Moritz ist Bootsbauer bei einer Werft am Bodensee, die heute noch 45er baut, wenngleich mit modernerer Bauweise. Darüber hinaus hatte Moritz den 45er „Onkel Otto“ aufgearbeitet. Im Gegensatz zur schon genannten Werft, ist er Holzboot-Experte und war sich sicher: „Das bekommen wir hin“.

Bootsbadewanne auf dem SCR-Gelände

Zunächst wurden die größten Risse mit Kitt gefüllt, der sich herausquetschen würde, wenn das Holz aufquillt. Iona bekam ein Antifouling und der SCR macht einen Platz auf dem Gelände frei, um ein Boots-Badewanne zu erreichten.
Iona wurde auf eine Plane gestellt, Holzbalken rundherum formten eine Art Becken. Nun wurde Wasser in das Schiff gepumpt, was zunächst sturzflutartig aus den Ritzen lief, jedoch mit einer Pumpe wieder in das Schiff befördert wurde.

Nach einigen Tagen verbesserte sich die Lage, das Wasser blieb immer höher im Schiff stehen. Nun wurden Sägespäne in die Ritzen gedrückt, um dort die Feuchtigkeit zu halten. Am Ende hatte die Pumpe immer weniger zu tun, Wasser blieb bis zur Höhe der Sitzbank im Boot stehen und lief nur noch sehr langsam ab.

Das war ermutigend und bewies: Die Substanz des Schiffs ist gut.

Iona bekommt eine Badewanne

Härtetest am SCR-Kran

Ein erhebender Tag folgte: Zum ersten Mal seit vielen Jahren kam die Iona wieder ins Wasser. Da nach all den Jahren niemand mehr wusste, wo die Haltegurte angebraucht werden mussten, dauert es eine Weile, bis die Balance gefunden war und Iona in Richtung Rhein schweben konnte.

Auch hier wurden die unvermeidlichen Holzspäne wieder eingesetzt und das Wasser rund um die Iona großzügig damit verwirbelt. Tatsächlich war das Schiff innerhalb von Minuten vollgelaufen, dieses Mal zog das Wasser von außen nach innen und die Holzspäne in die Ritzen, um diese abzudichten. Iona wurde so am Kran gehalten, dass die Wasserlinie innen auf Höhe der Sitzbank in der Kajüte stand.

Iona im Rhein

Bereits nach einem Tag hatte sich das Schiff gehoben, der Kran wurde einige Zentimeter nachgezogen. Per Fotos und Ferndiagnose kam von Moritz vom Bodensee schließlich das ok: Wasser hinauspumpen — Iona darf an den Steg. Zur Sicherheit direkt neben dem Kran und mit Pumpe in Bereitschaft – doch die hatte nach einem Tag nichts mehr zu tun. Die Bilgenpumpe übernahm den Rest in immer längeren Intervallen.

Testfahrt und Ausblick

Es folgten Testfahrten unter Motor, damit Wasser an den Planken entlang strömt und der Rumpf auch oberhalb der Wasserlinie dicht wird, aber natürlich auch um die neue Elektrik und Steuerung zu testen, sowie den neuen Außenborder einzufahren. Das gelang mit Erfolg, das Schiff ist so dicht wie einst.

Nun soll Iona in 2022 wieder segelklar werden. Wir sind gespannt…

(SCR-Mitglieder können den gesamten Bericht in ausführlicher Fassung im internen Bereich der Homepage lesen.)